Besondere Pflege
- Jetlag
- Tiefe Venenthrombose (TVT)
- Warum spricht man gelegentlich vom "Economy Class Syndrom"?
- Wie häufig tritt Thrombose auf und ist die Anzahl steigend?
- Tragen manche Personen ein erhöhtes Thromboserisiko?
- Kann ich etwas tun, um mein Thromboserisiko auf Flugreisen zu verringern?
- Wie sind die Symptome einer Thrombose?
- Haftungsausschluss
- Allgemeine Gesundheits- und Sicherheitshinweise
Jetlag
Bei Passagieren, die über mehrer Zeitzonen hinweg zu Ihrem Reiseziel fliegen, kommt es wahrscheinlich zu einem Jetlag, da sich die innere (zirkadiane) Uhr des Menschen nur an eine Stunde Zeitverschiebung pro Tag anpassen kann. Bei den meisten Menschen ist der Tages-/Nachtrhythmus etwas länger als 24 Stunden, so dass meist Reisen in westliche Richtung (verlängerter Tag) leichter verträglich sind als Reisen in östliche Richtung (verkürzter Tag). Häufige Symptome für einen Jetlag sind Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit.
Es gibt kein Mittel gegen Jetlag, aber die Auswirkungen können gemildert werden, indem Sie Folgendes versuchen:
- Jet Lag kann durch ungenügenden Schlaf vor der Reise intensiviert werden. Versuchen Sie vor Ihrem Abflug ausreichend zu schlafen.
- Falls Sie auf einer Kurzreise (48 Stunden oder weniger) sein sollten, wird es für Sie wahrscheinlich angenehmer sein, sich gar nicht erst auf die lokale Zeit einzustellen.
- Nehmen Sie leichte Kost zu sich und essen Sie zu den vor Ort üblichen Zeiten.
- Verzichten Sie 4 Stunden vor dem Zubettgehen auf koffeinhaltige Getränke und 2 Stunden vorher auf Alkohol, um einen ungestörten Schlaf zu gewährleisten.
- Schlafen Sie während der Nacht und schlafen Sie tagsüber nur kurz, wenn Sie müde sind.
- Wenn Sie Richtung Westen reisen, hilft es, sich noch spät abends hellem Licht auszusetzen, um die Müdigkeitsphase zu verzögern.
- Bei Reisen in Richtung Osten empfehlen wir am frühen Morgen helles Licht, um die Müdigkeit am späten Abend zu fördern.
Tiefe Venenthrombose (TVT)
Bei einer Thrombose bilden sich Blutgerinnsel in den Blutgefäßen. Normalerweise bilden sich keine Blutgerinnsel in den Blutgefäßen, doch sollte dies geschehen, so kann dies zu Problemen führen. Thrombose kann grundsätzlich in allen Blutgefäßen auftreten und es kann fatale Folgen haben, wenn dadurch die Blutzufuhr in ein gesundes Organ blockiert wird. In Verbindung mit Flugreisen haben wir es mit einer Thrombose zu tun, die in den tiefen Beinvenen der Unterschenkel auftritt.
Die tiefen Beinvenen der Unterschenkel liegen in den Wadenmuskeln. Die Kompression der Venen durch Muskelkontraktion, verursacht einen Pumpeffekt (die Muskelpumpe), die den Blutstrom zurück zum Herzen unterstützt. Arbeitet diese Muskelpumpe nicht (z.B. durch Bewegungslosigkeit), verringert sich der Blutstrom in den Venen (bekannt als Venenverschluss) bis hin zu einem möglichen Blutgerinnsel. Die meisten dieser Gerinnsel sind zu klein, um Probleme zu verursachen. Manchmal vergrößern sie sich jedoch erheblich oder verbinden sich miteinander sodass eine Thrombose entsteht.
Bewegungsmangel in einer Sitzposition fördert offensichtlich die Thrombose, da die Beinvenen zusammengedrückt werden und somit einen Blutstau verursachen. Von Thrombose weiß man, dass sie bei Menschen auftritt, die lange Auto-, Zug-, oder Flugreisen unternehmen. Der gemeinsame Faktor dieser Transportmittel ist die Bewegungslosigkeit. Das Umfeld spielt dabei weniger eine Rolle. Der Druckausgleich in den Kabinen und die Flughöhe haben keinen Einfluss auf das Risiko einer Thromboseentwicklung.
Die Bezeichnung "Economy Class Syndrom” wurde das erste Mal 1977 in einem Artikel zu "Lungenembolie nach Reisen” verwendet. Der Ausdruck ist allerdings unzutreffend, da es erwiesenermaßen keinen direkten Zusammenhang zwischen Flugreisen und der Entwicklung einer Thrombose gibt. Langes bewegungsarmes Sitzen in Zügen, Bussen oder Autos bergen ähnliche Risiken. Es wird daher von offizieller Seite die Verwendung der Bezeichnung „Reisethrombose“ empfohlen.
Wie häufig tritt Thrombose auf und ist die Anzahl steigend?
Die Anzahl der Thrombosefälle der Gesamtbevölkerung Großbritanniens beläuft sich abhängig vom Alter auf 1 pro 1.000 bis zu 1 pro 10.000 Personen am Tag. Die Wright Studie besagt, dass bei 1 von 6.000 Passagieren eine Thrombose nach 4 und mehr Stunden Bewegungslosigkeit auftrat.
Flugreisen werden immer häufiger unternommen. Moderne Fluggeräte können immer längere Strecken fliegen und mehr Passagiere befördern. Beides macht Flugreisen angenehmer und erschwinglicher und hat zur Folge, dass die Anzahl an Langstreckenflügen zugenommen hat. Folglich wird erwartet, dass die Anzahl der Thrombose Vorfälle auf Flügen ebenfalls zunimmt.
Mehr Bequemlichkeit und Sicherheit auf Flugreisen bedeutet ebenfalls, dass ältere Personen, oder Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit, die bisher von Flugreisen Abstand genommen hatten, nun ausgedehnte Langstreckenflugreisen unternehmen. Insgesamt geht man von einer durchschnittlichen Risikosteigerung von 0,2 pro tausend Personen im Jahr bei aller Art von Fernreisen aus.
Tragen manche Personen ein erhöhtes Thromboserisiko?
Es gibt erwiesenermaßen Faktoren, die das Thromboserisiko erhöhen. Diese sind:
- Alter über 40Jahre
- Schwangerschaft *
- Rauchen
- Übergewicht
- Frühere oder aktuelle Erkrankung an einer bösartigen Krebsform*
- Blutstörungen, die zu einem erheblichen Gerinnungsdefekt führen*
- Herz- und Blutgefäßerkrankungen *
- Persönlich bereits aufgetretene Venenthrombose oder erblich bedingte Veranlagung zur TVT oder Lungenembolie *
- Kürzliche Operationen oder schwere Verletzungen, insbesondere unterhalb der Gürtellinie *
- Hormontherapie mit Östrogen, einschließlich oraler Empfängnisverhütung *
- Frühere / kürzliche Ruhigstellung *
- Höhere Blutviskosität aufgrund von Flüssigkeitsmangel
- Krampfadern
Wenn bei Ihnen mehrere der oben genannten Risikofaktoren vorliegen, ist Ihr persönliches Thromboserisiko erhöht. Sollte dies der Fall sein, oder eine der mit „*” markierten Eigenschaften trifft auf Sie zu, empfehlen wir Ihnen, sich vor Antritt der Reise mit Ihrem Arzt zu beraten.
Kann ich etwas tun, um mein Thromboserisiko auf Flugreisen zu verringern?Da die Hauptursache in dem Bewegungsmangel liegt, können Sie einiges tun um dies zu reduzieren und somit das Risiko einer Venenthrombose minimieren. Hier sind einige Vorschläge:
- Gehen Sie alle 2-3 Stunden in der Kabine umher, sofern dies die Sicherheitssituation erlaubt, um die langen Perioden des Bewegungsmangels zu unterbrechen. Umherlaufen in der Kabine, obwohl dies nicht immer möglich sein wird, reduziert die Perioden des bewegungsarmen Sitzens. Alles, was Ihrer Gesundheit zugute kommt, muss gegen das Verletzungsrisiko während plötzlich auftretender Turbulenzen abgewogen werden
- Bewegen Sie Ihre Beine und Füße während Sie sitzen für 3 bis 4 Minuten in der Stunde um das Blut in Bewegung zu bringen und einen Blutstau zu vermeiden.
- Machen Sie ein paar Dehnübungen während Sie vor den Waschräumen warten.
- Vermeiden Sie das Tragen von enger Kleidung, vor allem an den Oberschenkeln und am Oberkörper.
- Legen Sie Ihr Handgepäck nicht dort ab, wo es die Beweglichkeit Ihrer Beine oder Füße einschränkt.
- Gefährdete Personen sollten ihren Arzt nach vorbeugenden Maßnahmen fragen, durch die mit Einnahme einer geringen Dosis löslichen Aspirins, Verwendung von Stützstrümpfen oder Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten das Risiko verringert werden kann.
- Vermeiden Sie es, eine Flugreise in dehydriertem Zustand anzutreten (z.B. nach übermäßigem Alkoholgenuss und dessen Nachwirkungen, oder nachdem Sie über längere Zeit heißem Wetter ausgesetzt waren).
- Trinken Sie Kaffee, Tee und Alkohol nur in geringen Mengen, da diese Getränke harntreibend wirkend und zu Dehydrierung führen können.
Unser „Discovery“ Magazinund das Video an Bord zu Sicherheitshinweisen, enthalten ebenfalls Tipps und Übungen zur Vermeidung von Thrombose.
Wie sind die Symptome einer Thrombose?Die am häufigsten auftretenden Begleiterscheinungen sind:
- Schmerzen oder Spannungen in der Wadenmuskulatur.
- Anschwellen der Beine, besonders wenn dies nur auf einer Seite vorkommt. Die meisten Menschen haben nach einer langen Reise leichte Schwellungen an beiden Füßen. Dies resultiert jedoch in den meisten Fällen aus Wasseransammlungen, hervorgerufen durch die Erdanziehung und normalisiert sich nach kurzer Zeit wieder.
- Erhöhte Temperatur und/oder Rötung der Beine.
- Sichtbare Erweiterung der Beinvenen unter der Haut.
Sollten eines der oben genannten Symptome nach dem Flug bei Ihnen auftreten, empfehlen wir Ihnen, einen Arzt aufzusuchen, der das Vorliegen einer TVT ausschließen kann.
Weitere Informationen erhalten Sie unter folgenden hilfreichen Links:
- Publikationen der Weltgesundheitsorganisation: Internationale Reisen und Gesundheit Kapitel 2 http://www.who.int/ith/en/
- Publikation der “Aerospace Medical Association” : Medizinische Richtlinien für Flugreisende http://www.asma.org/publications/paxguidelines.doc
- American Heart Association: Economy – Class Syndrom und Tiefe Venenthrombose http://www.americanheart.org/presenter.jhtml?identifier=3010041
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Allgemeine Gesundheits- und Sicherheitshinweise
Sie können das Risiko, sich während Ihrer Reise zu verletzen oder zu erkranken reduzieren, indem Sie folgende Ratschläge beherzigen:
- Benutzen Sie Sonnenschutzmittel mit UVA- und UVB-Schutz.
- Achten Sie besonders auf Lebensmittel und Wasser, da Reisediarrhoe die häufigste Erkrankung bei Reisenden darstellt. Sie können dieses Risiko minimieren, indem Sie:
- Ihre Hände vor dem Essen bzw. der Zubereitung des Essens mit Seife und Wasser waschen.
- Keine Nahrungsmittel und Getränke von Straßenverkäufern oder in anderen Geschäften erwerben, deren Umfeld unhygienisch erscheint.
- Den Konsum von rohem und ungekochtem Fleisch und Meeresfrüchten vermeiden.
- Keine rohen Früchte und Gemüse essen, wenn Sie dieses nicht selbst geschält haben.
- Bei richtigem Umgang birgt der Konsum von gut durchgekochten and abgepackten Nahrungsmitteln üblicherweise keine Gesundheitsgefahren.
- Leitungswasser, Eis, nicht pasteurisiert e Milch und Milchprodukte erhöhen das Reisediarrhoe-Risiko. Unproblematisch sind in Flaschen oder Dosen abgefüllte Getränke, heißer Tee oder Kaffee und abgekochtes oder destilliertes Wasser.
- Insektenstiche können Schmerzen und allergische Reaktionen hervorrufen oder sich entzünden. Manche Insekten verbreiten Krankheiten wie Malaria oder Denguefieber. Beugen Sie Mücken- und Insektensticken vor:
- Benutzen Sie vor allem tagsüber Insektenschutzmittel auf unbedeckten Hautstellen während Sie im Freien sind.
- Tragen Sie Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen, wenn Sie sich in Malariegebieten nachts im Freien befinden.
- Sprühen Sie auch Ihre Kleidung mit Insektenschutzmitteln ein, um den Schutz zu verstärken.
- Halten Sie sich in Hotels oder Resorts auf, die gut abgeschirmt oder klimatisiert sind.
- Vermeiden Sie auf Ihrer Reise Tierbisse, indem Sie keine Tiere, insbesonders Hunde und Katzen, streicheln oder berühren. Sollten Sie gebissen oder gekratzt werden, waschen Sie die Wunde sofort mit Wasser und Seife aus. Suchen Sie einen Arzt auf, um herauszufinden, ob Medikamente oder eine Tollwutimpfung nötig sind.
- Gehen Sie im Hinblick auf Ihre Gesundheit und Sicherheit keine Risiken ein. Beachten Sie die lokalen Gesetze und Sitten.
- Reduzieren Sie Alkoholkonsum auf ein Minimum und trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie fahren. In einigen Länder gibt es sehr strikte Gesetze gegen Alkohol am Steuer.
- Legen Sie unbedingt einen Sicherheitsgurt an, wenn dieser vorhanden ist.
- Tragen Sie Schutzkleidung, wenn Sie abenteuerliche Aktivitäten ausüben.
- Seien Sie vorsichtig, wenn Sie schwimmen und anderen Aktivitäten im Wasser nachgehen.
- Teilen Sie keine Nadeln für Tattoos, Piercings oder Injektionen, um Infektionen mit HIV und Virushepatitis zu vermeiden.
- Praktizieren Sie Safer Sex zum Schutz vor HIV und anderen Geschlechtskrankheiten.
- Halten Sie Ihre Füße warm und trocken. Gehen Sie nicht barfuß spazieren, inbesonders nicht an Stränden, an denen Tierexkremente liegen können, um Pilz- und parasitäre Infektionen zu vermeiden.
- Mitreisende Kinder sollten zu jeder Zeit von einem Erwachsener beaufsichtigt werden. Achten Sie sorgfältig auf die Gesundheit und Sicherheit der Kinder.










